Donnerstag, 23. April 2009

Donauinsel, ein Paradies in Wien

In nur acht Minuten gelangt man vom Zentrum Wiens in eines seiner beeindruckendsten Erholungsgebiete: Auf den 21 Kilometern der Wiener Donauinsel finden Hunderttausende Erholung, Natur und Raum für sportliche Aktivitäten.

Drachensteigen im Herbst, baden im Sommer, skaten und joggen, oder radfahrend die vielen Facetten der "Insel" erkunden - jeder tankt auf seine Weise Kraft und Energie im Freizeitparadies der Wiener. Die Einen wagen sich ins Getümmel der "Copa Kagrana", die Anderen ziehen sich in ruhige Ecken der Donauinsel zurück um zu lernen, zu lesen oder die scheinbare Abgeschiedenheit zu genießen.


[ Größer: http://www.youtube.com/watch?v=ome-NxDGFjQ&fmt=18 ]


Das Faszinierende des ursprünglich als reiner Hochwasserschutz konzipierten Naherholungsgebiets ist sein vielfältiges Natur- und Freizeitangebot. Dabei standen zu Beginn der Planungsarbeiten zur Donauregulierung in der Mitte des 19. Jahrhunderts die industrielle und militärische Nutzung der neu gewonnenen Fläche im Mittelpunkt. Die Idee einer Entlastungsrinne zur Verbesserung des Hochwasserschutzes geht zurück bis ins Jahr 1918. Die Entlastungsrinne - die heutige "Neue Donau" - wurde schließlich 1969 beschlossen, drei Jahre darauf wurde mit ihrem Bau begonnen. Durch Aufschütten des Aushubs der Rinne (rund 28 Millionen Kubikmeter Material) entstand die Donauinsel also als "Nebenprodukt".

Heute tummeln sich an sonnigen Wochenenden über 300.000 Action- wie Erholungsuchende zwischen dem Einbaulaufwerk bei Klosterneuburg und dem abschließenden Wehr beim Hafen Lobau. Sportlern, Spaziergängern und Badenden steht ein 30 Kilometer langes (teilweise beleuchtetes) Wegenetz zur Verfügung. Fast zwei Millionen Bäume und Sträucher spenden auf rund 170 Hektar Schatten und Schlupfwinkel - für Mensch und Tier.

Eine Vielzahl ökologischer Nischen lädt zu Erkundungsreisen durch die Fauna und Flora der Donauinsel ein. Der "Tote Grund", ein ehemaliger Donauarm und heutiges Naturdenkmal etwas nördlich des Kraftwerks Freudenau, dient vielen Tier- und Pflanzenarten als Rückzugsgebiet. Amphibien und Sumpfpflanzen finden sich im "Hüttenteich", sogar Niederwild (wie zB. Hasen) sind auf der Donauinsel beheimatet.

Besonders am frühen Morgen, wenn die gerade erst erwachende Stadt zu pulsieren beginnt, eröffnet sich einem auf der "Insel" ein wahres Paradies - und das noch dazu ohne erst lang ins "Grüne" fahren zu müssen.

Weiter schauen:

Im Web finden sich zahlreiche Dokumente zur Donauinsel, wodurch sich bisher Ferngebliebene völlig gefahrlos ein Bild von den Gegebenheiten machen können. So gibt es jede Menge Fotos auf Flickr. Auf YouTube gibt´s neben vielen anderen Videos auch einen Beitrag, der die Unterwasserwelt (vermutlich) der Neuen Donau zeigt. Skurril dagegen war jene Folge der "Alltagsgeschichten", die sich den "Donauinsulanern" widmete. Ausnahmsweise sei an dieser Stelle auch auf die preisgekrönte Universum-Dokumentation "Die Insel" verwiesen, die im ORF-Shop käuflich erworben werden kann.

Weitere Informationen rund um das Freizeitgebiet gibt´s natürlich auch auf Wikipedia und auf Wien.gv.at.

Sonntag, 5. April 2009

Wiener Hofburg: "World Pillow Fight Day 2009"

Da flogen die Fetzen am "World Pillow Fight Day 2009", der auch in Wien in Form eines Flashmobs stattfand.

04. April 2009, ca. 14:45 Uhr: Per Web 2.0 haben sich Dutzende am Maria-Theresia-Platz verabredet, um gemeinsam den "World Pillow Fight Day 2009" zu begehen. Dort sollte der Ort des eigentlichen Schlachtfeldes bekannt gegeben werden. Mit Polstern ausgerüstet, ging's also weiter.

Die "Organisatoren" der Polsterschlacht haben sich eine exklusive Location ausgesucht: Ziel des Konvois bestens gelaunter Flashmobber war der Josefsplatz im Innenhof der Hofburg. Dort fand man sich ein, um - in zwei Gruppen geteilt - hinter dem Reiterdenkmal Kaiser Josephs II. Stellung zu beziehen. Wenige Momente später stürmten die beiden Gruppen mit Gebrüll aufeinander und ließen die Fetzen fliegen. Aber ordentlich...

[ Größer: http://www.youtube.com/watch?v=XuKtOxEUhao&fmt=18 ]

... bis ein Organ der Exekutive nach rund 20 Minuten einschritt. Danach begann das Aufräumen mithilfe mitgebrachter Besen und Müllsäcke - wollte man doch betont positiv wirken.

Der Mob ist gelungen, etliche Polster fanden im Innenhof der Wiener Hofburg ihre ruhmreiche letzte Ruhe, Tausende Federn säumten das historische Pflaster. Lediglich das hohe Verhältnis der Teilnehmer zu den Beobachtern des Events wirkte ein wenig befremdlich für einen (wenn auch nur scheinbar) spontanen Flashmob: Etliche Hobby-Filmer und -Fotografen (wie wir) hatten sich eingefunden, um das Spektakel gebührend zu dokumentieren.

Entsprechend groß ist die Resonanz im Web, sodass es (demnächst wahrscheinlich) genügend Möglichkeiten gibt, mehr über die möglicherweise erste Polsterschlacht in der Gerschichte der Hofburg zu erfahren.

Nachlesen / -sehen:

  • www.him.at/2009/04/04/polsterschlacht-in-der-hofburg
  • www.flickr.com/photos/vizzzual-dot-com/sets/72157616374528764
  • www.youtube.com/watch?v=_hs-uJi11GY
  • nallevalle.twoday.net/stories/5626619
  • www.youtube.com/watch?v=kdRX1AQfefM
  • www.youtube.com/watch?v=BHaMrHroxW0
  • www.youtube.com/watch?v=0lSJ6q4vWX8
  • www.youtube.com/watch?v=BRn_a2YV59Q
  • www.kurier.at/multimedia/bilder/309063.php

  • Mittwoch, 18. März 2009

    Diskussion: Der Untergang der Qualitätspresse?

    Quote vor Qualität? Ist qualitativer Printjournalismus am Ende? Gibt die fortschreitende Kommerzialisierung gerade in Krisenzeiten etablierten Qualitätsmedien den Rest?

    Diesen und anderen Fragen widmeten sich am Abend des 17. März 2009 fünf Experten der Medien- und Nachrichtenbranche im "Neuen Institutsgebäude" (NIG) der Universität Wien im Rahmen einer Podiumsdiskussion (Moderation: Elisa Vass von Ö1). Bei freiem Eintritt lauschte ein interessiertes Publikum dem Journalist und Autor Nick Davies (Guardian, "Flat Earth News"), Journalist Joachim Riedl (DIE ZEIT), Medienwissenschaftler Fritz Hausjell (Uni Wien) und Nachrichtenmoderator Armin Wolf (ORF) sowie Chefredakteur Atha Athanasiadis (NEWS).


    So kurz war eine Stunde noch nie: Die "Keynote" - bzw. das Impulsreferat - von Nick Davies über den Inhalt seines Buches "Flat Earth News" in wunderbarem britischen Englisch erschien keine Sekunde zu lang. Im Gegenteil: Ich denke, der Großteil des Publikums im völlig überfüllten Hörsaal 1 hätte dem extra angereisten Briten bedeutend länger zuhören können, als es der Zeitplan vorsah.

    Eine seiner Kernaussagen lautete: Immer weniger Journalisten müssten aufgrund des gestiegenen Gewinndrucks durch neue Verlagseigentümer immer mehr an Inhalt produzieren. Dieser Zeitdruck führe zunehmend dazu, dass die vermeintlichen Fakten ungeprüft von Nachrichten- und PR-Agenturen übernommen würden. Davies illustrierte seine Aussagen mit einigen eindrucksvollen Beispielen aus den USA und Großbritannien.


    Die anderen Diskutanten hatten es entsprechend schwer, das Auditorium nach Nick Davies' Eingangsrede auf dem selben Niveau zu unterhalten - geistreich, fachlich und trotzdem zum Schmunzeln oder Lachen. Dennoch wurden die Erwartungen nicht enttäuscht. Nicht zuletzt das aufkeimende "NEWS-Bashing" (Armin Wolf) sorgte für den nötigen Zündstoff, der die Diskussion zeitweise über-belebte.


    Was bleibt, sind düstere Prognosen jener, die sich lange genug professionell und wissenschaftlich mit der Materie beschäftigen. Diese bewegen sich zwischen den Polen "teure Eliten-Presse mit Charakter" und "öffentlich-rechtliche Medien für alle". Dabei stehen uns (Medienrezipienten) die schlechten Zeiten noch bevor, wenn traditionelle Geschäftsmodelle etablierter Medien endgültig versagen. Denn einigermaßen Einigkeit herrscht darüber, dass sich mit Nachrichten aus aller Welt in gedruckter Form künftig noch schlechter Geld verdienen lassen wird.


    Zum Abschluss des Diskussionsabends kam die eine oder andere Frage aus dem Publikum. Bemerkenswert dabei war eine getwitterte Zwischenfrage, gestellt via "RBrf" von "Matthias_Cremer". Auch Weblogs wurden in einer Randbemerkung erwähnt und in einem Nebensatz erklärt, warum sie dem Qualitätsjournalismus nur bedingt unter die Arme greifen können: Ihnen fehlt schlichtweg die massenmediale Breitenwirksamkeit.

    Nachhören /-lesen /-sehen

    Sollten sich im Web weitere Aufzeichnungen audiovisueller Art finden, werde ich die Links dazu hier platzieren.

    Siehe auch:

  • Ö1 Mittagsjournal:
    Nick Davies: Qualitätsjournalismus bedroht

  • Christian Tawfik:
    Nachrichten oder NEWS - Entweder oder?

  • Martin Blumenau / FM4:
    Journal '09: 18.3.

  • Herrn Bs Blog:
    Ausverkauf der Qualität - Steht journalistischer Anspruch vor dem Ende?

  • DoggX Blog:
    Düstere Aussichten für Qualitätsjournalismus

  • derStandard.at:
    Zukunft der Qualitätsmedien - Davies: Es geht schlicht um die Wahrheit

  • ots.at / ORF:
    "ORF-DialogForum": Kommerz statt Qualität?

  • Schade


    Der ORF als Co-Veranstalter (gemeinsam mit DIE ZEIT und der Universität Wien) sah sich leider noch nicht im Stande, den Abend live im Web zu streamen. Auch die Verfügbarkeit einer Aufzeichnung wurde nicht angekündigt, was aus meiner Sicht die einzige Enttäuschung des Abends darstellt.

    Andererseits hätte einer von uns Publikumsgästen die verfügbare Infrastruktur (gratis WLAN für Studierende) dazu nutzen können, die Diskussion zB. über BlogTV in die Wohnzimmer der Daheimgebliebenen zu tragen...