Mittwoch, 14. Januar 2009

Power up! Gemeinsam gegen die Energiekrise

Wenn es kalt wird, weil jemand den Gashahn zudreht oder die Energiereserven aus anderen Gründen (wie Ressourcenknappheit) schrumpfen, beginnt die Suche nach Alternativen.

Alternative Energiequellen sind oftmals konnotiert mit Naserümpfen und Skepsis. "Unrentabel", "teuer" und "Spielereien realitätsferner Idealisten" sind beliebte Argumente gegen private Initiativen. Die Skepsis könnte schwinden und sich in Neugier und Experimentiertfreude wandeln - wenn man einen Blick auf die lebendige Community rund um alternative Energiegewinnung wirft. Gerade in Zeiten russisch-ukrainischen Gasstreits.

Die Palette dezentralisierter Energiegewinnung - ob als Backup-System, Energiesparmaßnahme oder mit dem Ziel einer Energieautarkie - reicht von Anlagen zur Umwandlung biogener Materie (Biomasseanlagen wie Holz- bzw. Pelletsheizungen, Biogasanlagen) über solarthermische Installationen bis zur Photovoltaik. So betreibt das Parkhotel Schönbrunn in Wien bereits seit 1999 ein so genanntes Blockheizkraftwerk zur Wärme- und Stromerzeugung (mittels Kraft-Wärme-Kopplung) und spart damit 317 Tonnen Heizöl bzw. 1.330 Tonnen an CO2-Emissionen pro Jahr (siehe: energytech.at).

Und auch wenn Photovoltaik-Anlagen Energie mit einem Wirkungsgrad von "nur" ca. 8 bis 15 Prozent erzeugen, besticht die Vorstellung, ungenutzte Flächen auf Hausdächern und Fassaden kontinuierlich zu erschließen - weil es in diesem Fall die Masse macht. Denn bis zur Marktreife effizienterer Systeme (zB. zur durch Bündelung der Sonnenenergie) könnte noch etwas Zeit vergehen.

Warum also nicht Schritt für Schritt damit beginnen, gemeinsam unseren immer größer werdenden Energiedurst etwas nachhaltiger zu stillen? Wer Lust dazu hat, dem sei versichert: In den Weiten des Web 2.0 ist er mit dieser Idee wahrlich nicht alleine.

Im Web vernetzen sich die viel zitierten "Träumer" und helfen einander mit Tipps und Tricks zum Stromsparen und -selbsterzeugen. Erste Inspirationen findet der ambitionierte Eigenproduzent auf YouTube:

youtube-videos
So baut man einen Windgenerator:
http://www.youtube.com/watch?v=9oI0N21QqwA

... oder erzeugt Biogas (Methan):
http://www.youtube.com/watch?v=k2l9LLKIaKs

Auch Photovoltaik-Panele lassen sich selber bauen:
http://www.youtube.com/watch?v=eE-X8qUzi7E

Solar-Panel
... um damit zB. Wasserstoff zu erzeugen...
http://www.youtube.com/watch?v=qdLFFPjgpfc

... das man für die selbst gebaute Brennstoffzelle verwenden kann:
http://www.youtube.com/watch?v=3fWqVlAfd6Y

Brennstoffzelle
Ist der Funke erst einmal übergesprungen, vernetzt es sich ganz schnell mit anderen, die an einer gemeinsamen "Energie-Revolution" basteln. Das Web bietet eine Fülle an Foren und Plattformen zum Gedanken- und Ideenaustausch (zB. energiewende.com, eurosolar.at oder solalbert.info).

Und auch wer auf persönlichen Austausch mit erfahrenen Gleichgesinnten Wert legt, findet im Netz Erstaunliches - wie zB. den ersten österreichischen energieautarken Bauernhof (www.energiebauernhof.com), der auf seinen alljährlichen Hoffesten Hersteller, Interessierte und Fachleute zum Fachsimpeln und Informieren zusammen bringt.

An eine Vernetzung auf anderer Ebene denkt eine deutsche Informatikerin: Im Rahmen des Projekts SESAM arbeiten findige Techniker, Juristen, Wirtschaftswissenschafter und Informatiker daran, lokale, private Stromerzeuger zu "virtuellen Kraftwerken" zu vernetzen (siehe: Sonnenzeitung, 1/08, S. 23). Auf diese Weise würde eine Community entstehen, die selbsterzeugte Energie zwischen den Mitgliedern - Software-optimiert - austauscht, anstatt sie verpuffen zu lassen oder zu Dumpingpreisen an Stromlieferanten zu verhökern.

Partizipative Netzwerke können also zu etwas mehr Nachhaltigkeit beitragen: Bei der Motivation und Information ambitionierter Neulinge über die gegenseitige Hilfe während des "Do It Yourself"-Prozesses bis zur Selbstorganisation einer neuen, innovativen Bewegung. Wenn das nicht in jeder Hinsicht spannend klingt...!

Samstag, 10. Januar 2009

Ausprobiert: Skiarena Nassfeld

Skifahren ist Ehrensache für uns kleines Alpenvölkchen. So scheint´s jedenfalls. Also stieg ich nach gut 13 Jahren zum ersten Mal wieder auf die Bretter, die manchen die Welt bedeuten.

Wenn ich schon beim Testberichten bin (siehe: Ausprobiert: Nikon Coolpix P6000), kann ich im Sinne des kolaborativen Web 2.0 auch vom ersten Versuch seit langem berichten, endlich wieder mal auf Ski zu steigen, insbesondere aber die mehr oder weniger förderlichen Rahmenbedingungen schildern.

Nassfeld Panorama
Am Programm standen zwei Tage in der Skiarena Nassfeld (nassfeld.at) - ein an Popularität und Bekanntheit den großen Skigebieten Österreichs etwas unterlegener Geheimtipp. Die Schlagworte "Österreich" und "Skifahren" induzieren eher Assoziationen wie "St. Anton", "Lech", "Obertauern" oder "Schladming".

Teilweise zu Unrecht, hat sich doch das Skigebiet bei Hermagor (in Kärnten), an der Grenze zu Italien, in den letzten 20 Jahren geradezu gewaltig entwickelt: Liftanlagen und Pisten haben sich rasant vermehrt und ließen das Skigebiet "erwachsen" werden.




Was gefällt

  • Perfekte Verkehrslogistik
  • Viele Lifte, viele Pisten
  • Ausreichend Sanitäranlagen
  • Ski-Shops überall

  • Die Gondelbahn - wegen ihrer Eröffnung Anfang dieses Jahrtausends "Millenium Express" getauft - erspart allen Skifahrern (und Chauffeuren des kostenlosen Skibusses) die mühsame Fahrt über steile Serpentinen hinauf aufs Nassfeld. Stattdessen bleibt man im Tal und startet von Tröpolach aus den bequemen Aufstieg.

    Gartnerkofel
    Die Organisation ist gut: Kommt man mit dem eigenen Auto, wird man auf einem der freien Parkplätze eingewiesen, um - je nach Entfernung - die letzten Meter zur Talstation per pedes oder mit einem kostenlosen Parkplatz-Shuttle zurück zu legen. Entscheidet man sich für die Anreise mit einem der gratis Skibusse, wird man direkt vor die Talstation der Gondelbahn gebracht. Einfacher und bequemer geht´s kaum.

    Das Skigebiet umfasst neben dem "Millenium Express" vier weitere Gondelbahnen, acht Sessellifte und 17 Schlepplifte, über die man alle Pisten mit einer Gesamtlänge von 110 km erreicht. Darunter befinden sich sowohl gutmütige Übungspisten für (hoffentlich nur sprichwörtlich) blutige Anfänger, als auch anspruchsvolleres Gelände bis hin zur unpräparierten Tiefschneepiste. Als Schmankerl erweist sich die von der FIS offiziell anerkannte Weltcup-Piste "FIS-Abfahrt", deren einst wegen seines enormen Anstiegs gefürchteter Schlepplift mittlerweile durch einen harmlosen Sessellift ersetzt wurde. Insgesamt kann ich ohne zu flunkern von absolut minimalen Wartezeiten an den Lifteinstiegen berichten.

    Für genügend Abwechslung ist also gesorgt - auch auf den vielen Hütten. Besonders erfreulich ist die großzügige Verteilung von Sanitäranlagen im Skigebiet, die man nicht nur in Skihütten, sondern auch bei größeren Liftstationen findet. Ebenfalls dort finden sich Ski-Shops und Fachgeschäfte für ein schnelles Skiservice zwischendurch (ab fünf Minuten, Kostenpunkt: ab 5 Euro). Diese bieten auch top-moderne Leihgeräte für all jene Wintersportler, die mit möglichst wenig Gepäck auf Urlaub fahren möchten oder für die zwei, drei Mal im Jahr nicht in eine eigene Ausrüstung investieren.


    Was nicht gefällt
  • Schwache Beschilderung, verwirrende Pistennummerierung
  • Blaue Pisten oft nur über Rote erreichbar
  • Skifahren ist weiterhin teuer (und zunehmend gefährlich)

  • Skifahren ist nach wie vor nicht nur ein gefährlicher Spaß, sondern auch ein teurer. Die zwei Skitage haben gut 150 Euro gekostet: 52 Euro für die günstigsten Leihgeräte, 74 Euro für die Zweitages-Liftkarte und zwei dezente Einkehrschwünge. Dazu kommen Kosten für die Anreise und im Normalfall für die Unterkunft (meine - zugegeben: nicht ganz objektive - Empfehlung: www.Schnee3.at). Auch die anderen Rahmenbedingungen liegen unverändert in der Natur der Sache und weniger an der Skiarena Nassfeld.

    Etwas schwierig haben es Neulinge, die sich erst ans alpine Skivergnügen herantasten möchten: Nur wenige der blauen Anfängerpisten sind direkt vom Tal aus per Lift erreichbar. In einigen Fällen gelangt man nur über "normale" rote Pisten zu den richtig gemütlichen Hängen.

    Sonnenuntergang
    Ein wesentliches Manko aber, das besonders im Kurz-Skiurlaub von zwei Tagen Länge auffällt, ist die eher dürftige Beschilderung und verwirrende Nummerierung der vielen Abfahrten, sodass wir erst am zweiten Tag, als der Spaß bereits zu Ende war, langsam einen Überblick gewannen und uns erfolgreich zu orientieren begannen. Bis dahin verfährt man sich garantiert zumindest ein, zwei Mal, um daraus zu lernen, dass den Richtungspfeilen auf den wenigen Übersichtstafeln nicht immer blind zu trauen ist. Das macht aber nichts, solange man sich wieder rechtzeitig - also bis kurz nach 16 Uhr - auf der richtigen Piste talwärts bzw. zur Mittelstation des "Millenium Express" befindet.


    Mein Fazit

    Vor allem, wenn man als versierter und / oder begeisterter Skifahrer mit den Tücken dieses Sportes und seinen natürlichen Rahmenbedingungen vertraut ist, kann ich die Skiarena Nassfeld guten Gewissens weiter empfehlen. Selbst in der Hochsaison verteilen sich die wedelnden Massen überraschend unauffällig auf die gesamte hochalpine Skiregion, sodass es erst recht nicht auf der Piste zu Wartezeiten kommt. Wer sich sicherheitshalber schon einmal auf die üblichen überteuerten Preise, volle Skihütten und den obligatorischen Sonnenbrand am Nasenspitzerl einstellt, wird am traumhaften Schnee und an den abwechslungsreichen Pisten seine pure Freude haben.

    Dabei hat die Karinische Region im Gailtal selbstverständlich weitaus mehr zu bieten, als "nur" das Nassfeld. Neben einigen anderen (kleineren und daher deutlich günstigeren) Skigebieten laden etliche zugefrorene Seen (wie der nahegelegene Pressegger See) zu ein wenig Eissport ein.

    Ich wünsche einen abwechslungsreichen Winterurlaub!

    Donnerstag, 25. Dezember 2008

    Ausprobiert: Nikon Coolpix P6000

    Im Zuge des Weihnachtskonsums durfte ich mich ein wenig mit Nikons Bridgecam Coolpix P6000 beschäftigen: ein gelungenes Gerät mit Pros und Contras.

    Eines ist klar: Kompakte Digital-Kameras und so genannte "Bridgecams" (als Bindeglied zwischen Kompaktkamera und digitaler Spiegelreflex) stellen auch für ambitionierte Hobbyfotografen maximal eine Variante als Zweitkamera dar. Weder Objektiv noch Sensor können in dieser Kompaktheit mit "richtigen" DSLRs mithalten. Dafür sind sie ideale alltägliche Begleiter, während man die Spiegelreflexkamera aus unterschiedlichsten Gründen nicht immer dabei hat.

    Nach einigem Hin und Her, orientiert an verschieden gewichteten Kriterien, fiel meine Kaufentscheidung auf die Nikon Coolpix P6000 (Markteinführung im September 2008).

    Wichigste Auswahlkriterien waren ein möglichst großer Sensor (1/1,72") sowie ein optischer Sucher für ungünstige Lichtverhältnisse wie direkte Sonneneinstrahlung auf das Display. Daneben besteht - zugegeben - nach jahrelanger Zufriedenheit eine gewisse Sympathie für Nikon-Geräte. Weil man Fotoapparate aber nicht nach Sympathie kauft, war meine Wahl einer Alltags-Digicam vor ein paar Jahren auf Sonys Cybershot gefallen [dies nur am Rande bemerkt].


    Was gefällt

  • Objektiv mit Bildstabilisator und 4-fach-Zoom
  • Manuelle Einstellmöglichkeiten
  • ISO 2.000 / 6.400
  • Blitzschuh, guter interner Blitz
  • Intervallaufnahmen

  • Die Kamera besticht vor allem durch das hochwertige NIKKOR-Weitwinkelobjektiv mit 4-fach-Zoom (entspricht ca. 28 bis 112 mm), das mit einer Lichtstärke von 1:2,7 bis 1:5,9 mit dem Mittelfeld erschwinglicher Wechselobjektive mithält. Wer´s braucht oder unbedingt will, kann die Brennweite mittels Adapter (für ca. 100 €) um den Faktor 0,76 "erweitern".

    Ein absolutes Kaufargument war für mich aber die Möglichkeit, sowohl Blende als auch Belichtungszeit - und sogar den Fokus - bei Bedarf über ein kleines Rädchen manuell einstellen zu können. Die gewählten Einstellungen lassen sich an zwei Speicherplätzen ablegen und später über das Rädchen zur Programmwahl blitzschnell aktivieren. Eine wirklich gute Idee.

    Die Sensor-Empfindlichkeit reicht bis maximal ISO 2.000 (bzw. ISO 6.400 in kleineren Bildgrößen) und kann manuell begrenzt werden (zB. auf ISO 400, um Rauschen zu unterdrücken). Der optische Bildstabilisator sollte unruhige Händchen bis zu einem gewissen Grad kompensieren.

    Diese Aspekte alleine separieren die P6000 schon von anderen Modellen im schmalen Sektor der "Brückenkameras". Zusätzlich sorgt - wenn man mag oder bereits hat - ein externer Profiblitz für eine Veredelung dieser Kompakten (die P6000 verfügt über einen Blitzschuh). Ein solcher wird nur selten notwendig sein, denn der ausklappbare interne Blitz erhellt die dunkelsten Ecken in bis zu 8 m Entfernung.

    Die Kamera-Software bietet zudem etliche Bearbeitungs- und Optimierungsfunktionen (wie Rauschreduktion, Verzeichnungskorrektur, D-Lighting und "Picture Control"). Die Software sorgt unter anderem auch für Intervallaufnahmen, automatische Belichtungsreihen und andere Gags, die man von seiner DSLR kennt. Auch Firmware-Updates von der Nikon-Website funktionieren problemlos (Transfer per SD-Card).

    Das integrierte GPS-Modul fürs automatisches Geo-Tagging und der Ethernet-Port zum teilautomatisierten Upload der Fotos auf Nikons Bilderportal "myPictureTown.com" (2 GB sind kostenlos) sind sehr nette, wenn auch eher sekundäre Features. Ausreichend Knöpfchen und Rädchen und eine von Nikon-DSLRs bekannte Menüführung sorgen dafür, dass sämtliche Funktionen relativ leicht zugänglich sind. Eine spezielle Funktionstaste kann individuelle belegt werden, die am häufigsten benötigten Einstellungen lassen sich im Individualmenü sortieren, sodass man tatsächlich auf einen Klick zu den wichtigsten Parametern gelangt, ohne lange Irrwege durch unendliche Menüwindungen.

    Beim Kauf ist der P6000 neben einem Daten-Kabel, Ladegerät, Handbuch- und Software-CDs auch eine Halte- und Umhängschlaufe beigelegt, damit das gute Stück nicht aus Unachtsamkeit stürzt.


    Was nicht gefällt

  • Pixelwahn
  • RAW-Dateiformat "NRW"
  • USB-Modus beschränkt auf PTP
  • keine HD-Videos

  • Der CCD-Sensor ist mit knapp unter 1/1,7 Zoll zwar vergleichsweise groß für eine Kompakte, der Vorteil geht allerdings in der Masse der 13 Millionen Bildpunkte etwas unter. Die Hälfte hätte genügt - eben für eine Zweitkamera! - und möglicherweise für noch rauschärmere und bessere Bilder gesorgt. Der Megapixelwahn bleibt mir nach wie vor ein Rätsel. Zu viele Pixel versalzen das beste Kamerakonzept.

    Nicht ganz glücklich bin ich auch über das sehr eigentümliche RAW-Dateiformat "NRW". Während sich NEF-Dateien (zB. der Nikon D70) in Apples "Preview" bzw. "Vorschau" und in "Adobe Photoshop" problemlos öffnen und bearbeiten lassen, braucht´s für NRW-Dateien 150-Euro-teure Nikon-Software (Nikon Capture NX2). Nutzer von iPhoto 08 oder Aperture 2 können ihren Programmen mit einem UpDate beibringen, unter anderem auch Nikons NRW-Format zu lesen.

    Alle anderen müssen sich mit provisorischen Freeware-Lösungen wie zB. Rawker helfen: Dieses Programm bietet allerdings nur dürftige Bearbeitungsmöglichkeiten, beschränkt auf das Wesentlichste. Im Vergleich zur höchsten JPEG-Qualität liefert Rawker bei der Konvertierung von NRW zu TIFF nur unbefriedigende Resultate.

    Zudem ist es mir bis jetzt noch nicht gelungen, die Kamera im Mass-Storage-Modus an den Computer anzuschließen, sodass man auf die SD-Card zugreifen könnte. Das USB-Interface dürfte offenbar lediglich für den Anschluss kompatibler Drucker konzipiert sein (via PTP). Ein Manko, wenn man einmal kein SDHC-kompatibles Kartenlesegerät dabei hat - und die Zeit nicht reicht, um die jeweils 20 MB großen RAW-Dateien per Internet von der Kamera zu laden.

    Etwas schade ist auch, dass man Videos nur als AVI mit einer Auflösung von 640 x 480 Pixel drehen kann, während Konkurrenzgeräte HD-Material produzieren - zumal der Trend auch online in Richtung High Definition geht.


    Mein Fazit

    Kompakte Digitalcams, speziell Bridgecams, haben die schwierige Aufgabe, mit einer Vielzahl an Funktionen in jeder (alltäglichen und weniger alltäglichen) Situation eine gute Figur machen zu müssen. Der Kompromiss zwischen Kompaktheit und Leistung macht die perfekte "Digicam" für die Manteltasche zur Utopie.

    Dennoch: Die Nikon Coolpix P6000 wartet auf kleinem (nicht kleinstem!) Raum mit jeder Menge professioneller Features auf. Dass es sich mit einem winzigen Rädchen nicht genau so manuell fokussieren lässt wie am Einstellring eines Wechselobjektivs, versteht sich von selbst. Dafür passt der Apparat - ohne optionalen Blitz natürlich - bequem ins Handtäschchen, zur Not auch in die Jackentasche und ist somit ein anhänglicher Begleiter im Alltag.

    Makroaufnahmen gelingen schnell und einfach, und obwohl das rückseitige Display nicht neigbar ist, reicht der Blickwinkel für kontrollierte Überkopfaufnahmen ohne weiteres. Die 15 Knöpfchen, zwei Rädchen und der Zoom-Kippschalter überladen die Kamera nicht im geringsten, erleichtern dafür die intuitive Bedienung (und das gefällt mir deutlich besser als zwei verlorene Tasten mit jeweils 100 Funktionen, wie man es auf anderen Kompakten oftmals findet).

    Das Konzept der P6000 als gute Zweitkamera mit manuellen Einstellmöglichkeiten gefällt mir daher - allerdings nicht uneingeschränkt. Über merkwürdige Dateiformate und den fehlenden Mass-Storage-Modus für den USB-Anschluss am Computer könnte ich locker hinwegsehen. Aber 13 Millionen Bildpunkte auf einem Sensor dieser Größe ist schlichtweg unnötig. Ich würde mir daher genau diese Kamera mit maximal 8 Megapixel wünschen. Dann wäre sie meiner Meinung nach sehr nahe dran an der Utopie einer durch und durch perfekten Kompaktkamera für den täglichen Gebrauch.

    Update:

    Mittlerweile wird das etwas unpraktische Raw-Format NRW auch ohne Nikon-Software verwertbarer. Neben Rawker gibt es weitere Möglichkeiten der Konvertierung und Bearbeitung, zB. mittels des GIMP-Plugins UFRaw. Möglicherweise ist auch unter den Programmen in dieser Liste der eine oder andere nützliche Raw-Konverter.


    Beispielaufnahmen