Hin und wieder verlebt man Tage, die zwar ganz normal und doch ein wenig anders sind. Dem Zufall sei Dank.
Es gibt Tage, die sich vor allem dadurch von allen anderen Tagen unterscheiden, dass man an ihnen überdurchschnittlich, geradezu außergewöhnlich vielen bekannten Gesichtern begegnet. Gesichter, die man glaubt zu kennen und solche, die man ganz gewiss schon öfters gesehen hat. Wenn man zufällig den einen Weg von tausend möglichen gewählt hat, den zur selben Zeit auch jene gehen. Im Grunde ist so ein zufälliges Zusammentreffen dann nur eine Frage der Wahrscheinlichkeit. Auch wenn es nicht im Kopf zu berechnen ist, ließe sich - einige mathematische Grundkenntnisse vorausgestzt - ihr Wert bestimmen. Und wenn man dann den einen aus (sagen wir) 235.000 möglichen Tagen erwischt, an dem einem gleich mehrere bekannte Gesichter auf der Straße entgegen kommen oder in der UBahn gegenüber stehen, ist es eben a day of familiar faces...
Es ist eben diese Zufallskomponente, die dem sozialen Web 2.0 oftmals fehlt, und die das Leben abseits des Computers um einen Hauch unberechenbarer macht als das nächste Login. Am ehesten trifft man auf Social-Networking-Plattformen völlig unverhofft und - scheinbar! - zufällig auf Freundesfreunde eines Freundes, mit denen man vielleicht irgendwann mal in die selbe Klasse oder den selben Kurs gegangen ist. Aber um diesen Hauch des Unberechenbaren zu erleben, muss man sich zuerst ganz gezielt durch den Cyberspace bewegen. Bekanntschaften basieren im Web 2.0 darauf, zu suchen und gefunden zu werden.
Der einzige Thrill auf Facebook & Co. sind Apps und Games, die ein wenig Neues, Unerwartetes und etwas Spannung verheißen. Dabei würde es dem "sozialen Leben" im Web gut tun, brächte der Zufall etwas Chaos in unsere statischen Freundeslisten. Sodass man hin und wieder - rein zufällig - wie in der UBahn angerempelt wird und ins Gespräch kommt, oder auch nicht. Vielleicht läuft einem dann auch im Web 2.0 an einem day of familiar faces ein alter Bekannter über den virtuellen Weg, dessen Gesicht man ganz sicher kennt, den Namen dazu allerdings schon vor Jahren nicht mehr gewusst hat.
Mittwoch, 9. April 2008
A Day of Familiar Faces (DFF)
Von Gregor T. um 15:14 0 Kommentare
Sonntag, 30. März 2008
Zeit, Zeit, Zeit, Zeit, Zeit!
Es ist leicht zu erklären, warum auch dieser gute Vorsatz gebrochen wurde ("Ich werde mich bemühen, täglich ein paar Zeilen zu hinterlassen"). Für immer mehr - Information, Kommunikation, Aktivitäten - bleibt weiterhin nur die selbe Zeit pro Tag.
Kein Verlust und trotzdem schade: Mittlerweile befülle ich mein bescheidenes Weblog nur mehr monatlich. Zugegeben, es liegt auch daran, dass alles an der Oberfläche des Web 2.0 Erkennbare für mich vorerst wahrgenommen wurde und es für die Erarbeitung und Beschreibung von Tiefgründigerem entsprechendes Hintergrundwissen bedarf. Und das kostet Zeit.
Und davon gibt es definitiv zu wenig, wie neulich eine Bloggerin ganz treffend feststellt: "Allein der Versuch, alles zu wuerdigen, ist zum Scheitern verurteilt" (jekylla.twoday.net). Ich musste erkennen, dass Bloggen enorm zeitaufwendig ist - vor allem dann, wenn man sich selbst zu hohe Ziele steckt und auch dann etwas mitteilen möchte, wenn es nichts Besonderes mitzuteilen gibt. Also schraube ich etwas zurück.
Ich halte das Zeitproblem für unterschätzt. Lebenslange Weiterbildung, Erwerbstätigkeit und nicht zuletzt geradezu ein kollektiver Zwang nach individueller Selbstverwirklichung in Form eines nach besonders hohem Erlebniswert gestalteten Lebens verbrauchen still und heimlich eben dieses.
Erst kürzlich hatte ich die Idee, parallel zu diesem eine Art tägliches Video-Blog zu betreiben. Dank der stetigen Miniaturisierung der Technologie trage ich alles mit mir, was man für kurze Clips aus dem Alltag braucht. Ich stell mir das nett vor: Szenen, die man mittlerweile als typisch für eine Gegend oder eine Zeit hält, einmal festzuhalten, aufzuzeichnen und (auch für sich selbst) zu sammeln um zu sehen, welches Bild am Ende dadurch gezeichnet wird. Aber woher die Zeit dafür nehmen?
Ich bin nicht einmal mehr dazu gekommen, mich genauer in SecondLife umzusehen geschweige denn sein Potenzial (für mich persönlich) auszuloten. Es ist eine neue Art der Media literacy notwendig, um im so enorm dynamischen Web 2.0 tatsächlich nicht nur passiver Konsument zu sein. Oftmals bedeutet dies, neue Kommunikationstechniken zu üben, jede Menge unterschiedlicher Skript-Sprachen zu lernen - und wiederum jede Menge Zeit zu investieren.
Zahlt sich der (Zeit-) Aufwand aus? Sind dies künftige Schlüsselqualifikationen in unserer mediatisierten Gesellschaft? Laufen wir Gefahr einer noch größeren Spezialisierung - weil man als Einzelner eben nicht die Zeit hat, sich sämtliches Wissen anzueignen. Oder ist es umgekehrt ein Kriterium für erfolgreiche Web-2.0-Anwendungen: wenig Einarbeitungszeit zu beanspruchen. Vieles, worüber ich bis jetzt gestolpert bin und das mich anfangs fasziniert hat, habe ich nie wieder probiert, weil für ein "Erfolgserlebnis" spefizische Kenntnisse notwendig sind, die ich mir erst erarbeiten müsste.
Ich hatte bisher nicht einmal die Zeit, um meine MySpace-Seite zu "pimpen". Und mit den Apps und Widgets auf Facebook & Co. fange ich gar nicht erst an. Immerhin möchte man sich ja auch ein wenig Freizeit erhalten...
Von Gregor T. um 12:37 2 Kommentare
Montag, 3. März 2008
Just Junk? Was ist "Qualität" im Web 2.0?
Auf der Suche nach "Qualität" gerät man im Web 2.0 schnell in Verzweiflung: Rubbish, Junk, unästhetische Eigenkreationen säumen den steinigen Weg des naiven Wonderers.
Von Gregor T. um 11:40 1 Kommentare